HUeBro - Haushebung in Ueberschwemmungsgebieten am Beispiel des Elbe Dorfes Brockwitz
HUeBro - Haushebung in Ueberschwemmungsgebieten am Beispiel des Elbe Dorfes Brockwitz

AP 2: Hydrologie

Institut für Hydrologie und Meteorologie (IHM)

Dr. rer. nat. Robert Schwarze, M.Sc. Christine Mathilde Koszinski

Die hydrologischen Untersuchungen für die Elbe in Brockwitz dienen der Berechnung der Wassermenge und ihrer zeitlichen Verteilung innerhalb von Hochwasserereignissen. Diese Angaben sind für die Dimensionierung von Hochwasservorsorgemaßnahmen erforderlich. Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie charakteristische saisonale Hochwasserverläufe und Hochwasserdauern (z.B. für Winter / Sommer) werden mit extremwertstatistischen Verfahren gekoppelt mit normierten Ereignisverläufen ermittelt. Die Scheitelabflüsse dieser Hochwasserganglinien besitzen Eintrittswahrscheinlichkeiten, die sich zwischen 1-mal pro Jahr bis hin zum Extremereignis, welches im Mittel 1-mal pro 500 Jahren zu erwarten ist, bewegen. Die besondere Herausforderung der Aufgabe besteht in der Tatsache, dass in Brockwitz keine langjährigen Messungen vorliegen, lediglich historische Hochwassermarken sind zu den größten Hochwässern vorhanden. Die erforderliche Datengrundlage für eine extremwertstatistische Analyse muss deshalb durch einen regionalen Ansatz unter Verwendung der Messungen am Elbepegel Dresden im Zeitraum 1806-2016 unter Einbeziehung seitlicher Zuflüsse abgeleitet werden. Die wissenschaftlich anspruchsvolle multikriterielle Vorgehensweise bewertet verschiedene Hochwassermerkmale (Scheiteldurchfluss, zeitlicher Durchflussverlauf, Gesamtwassermenge eines Ereignisses, Einfluss der Jahreszeit, Einfluss Eis, Wechselwirkung Haupt- und Nebenfluss) hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit im Verbund. Die ermittelten Durchflussverläufe sind die Grundlage für die Berechnung von Wasserspiegellagen während Hochwasserereignissen, die ihrerseits dann maßgeblich für die Bemessung der notwendigen Höhe von Haushebungen sind.